Praxis:

                                                      

   Der Kunst-Spiel-Raum steht einmal wöchentlich zur Verfügung. Es empfiehlt sich, sich vor jedem Treffen kurz telefonisch unter 07121 - 29134 anzumelden, da nur eine sehr beschränkte Arbeitsplatzanzahl vorhanden ist oder aus unerwarteten Gründen der Termin ausfallen könnte.


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   Jeder Teilnehmer wählt sich einen Platz, eine Arbeitstechnik, seine Materialien und beginnt zu arbeiten. Denkbare Arbeitstechniken sind: Aquarell, Öl, Acryl, Tempera, Lasurtechniken, Gouache, Kohle, Rötel, Pastell, Ölpastell, Stifte, Hochdruck. Bei Collagen müssen für die Collage nötige Bildmaterialien selbst mitgebracht werden.

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   Während der künstlerischen Arbeit ist es möglichst ruhig in den Räumen des KunstBalkens, um die notwendige Leichtigkeit im spielerischen Gestalten und die dazu notwendige „entspannte“ Konzentration nicht zu stören. Bei Fragestellungen ist es natürlich zu jeder Zeit möglich mich anzusprechen
   In wieweit man künstlerisch arbeitet, sich von ausgestellten Arbeiten anregen lässt, eine kreative Pause einlegt oder sich von der Atelierstimmung inspirieren lässt bestimmt jeder für sich selbst. Hier muss jeder auf seinen eigenen „Arbeitsrhythmus“ achten. Während der Arbeit kann Tee oder Kaffee gekocht werden. Wenn der Teilnehmer seine Arbeitszeit beenden möchte, räumt er/sie den Arbeitsplatz wieder frei, so dass dieser für das nächste „Kunst-Spiel“ zu Verfügung steht. Die Dauer einer Arbeitseinheit von 1 - 4 Std. kann jedes Mal frei gewählt werden. 


Anleitung:


   Die Anleitung und Unterstützung hat, den Überlegungen Friedrich Schillers folgend, drei verschiedene Felder:


- Die handwerklichen Fragestellungen:
   „Was für ein Format passt am besten zu meinem Thema“, „Wie muss ich die Farbe auftragen?“, „Mit was fange ich am besten an?“, „Kann ich die verschiedenen malerischen Techniken mischen?“, „Wie bekomme ich die Farbe in einer bestimmten Qualität?“. Das sind ganz normale Fragestellungen, die vor allem anfangs auftreten. Auch kann es vorkommen, den „geplanten“ und „normalen“ Weg der Werkgestaltung verlassen zu wollen. Hier können knifflige, oft schwer zu meisternde technische Probleme auftreten (Das sind natürlich die besten Lernsituationen, durch die vielschichtige handwerkliche Problemlösungen erlernt werden können). Hierfür stehe ich selbstverständlich mit meinen künstlerisch handwerklichen Erfahrungen mit Rat und Tat zur Seite.

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- Die thematischen Fragestellungen:
Die klassische Frage eines jeden Kindes: “Und was soll ich jetzt malen?“ ist zumeist uns Erwachsenen auch noch nicht fremd geworden. „Was will ich?“, „Was ist mein Thema?“ sind aber beim Erwachsenen zumeist Fragestellungen, die viel tiefer gehen, als nur die Frage nach dem zu malenden „Motiv“. Gerade für uns Erwachsene, aber leider auch für viele Jugendliche, ist es schwer geworden, für kurze Zeit aus einem, durch ein enges Zeitraster geprägten Alltag sich auf einen kreative "Seinszustand“ einzulassen. Plötzlich soll nach innen gelauscht, ein eigenes Thema gefunden werden, wo man im Alltag doch gewohnt ist, immer auf die Anforderungen von außen zu reagieren. Die Frage, „was ist MIR wichtig“, ist leider eine Frage, die allzu oft aus unserem gewohnten Blickwinkel verschwunden ist. Dieses Finden eines eigenen „inneren Themas“, egal ob es sich dann letztendlich in einer Landschaft, einer Collage, einer Monotypie, eine abstrakten Komposition ausdrückt ist ein zentrales Thema im Kunst-Spiel-Raum. Das Umsetzen einer biographischen Situation oder eines Gefühlsausdruckes kann ein sensibler Prozess sein, an den man sich unter Umständen auch langsam, oft über mehrere Arbeiten hinweg, herantasten muss. In der Begleitung des Prozesses kann ich auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen und helfen, den Blick für die eigenen Themen zu weiten.

                                      
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- Der künstlerische Prozess:
Der künstlerische Prozess ist wie ein kleines Flämmchen, das zwar Luft zum Brennen braucht, aber schon beim kleinsten Luftzug zu verglimmen droht. In diesem Prozess sind wir, wie F. Schiller betont, frei! Es ist nur unser eigenster Impuls, der uns trägt. Wir müssen uns selbst unsere Richtung geben, unser Schaffen ist ein Neubeginn, eine nur von uns bestimmte „Setzung“. Das klingt schön! Ist es auch. Aber zugleich erlebt man das Gewicht dieses Prozesses, der, weil er eben frei und unvorbestimmt ist, ganz allein auf den eigenen Schultern ruhen muss. Das Ringen um dieses „Spiel“, um diesen künstlerischen Prozess, tritt in der Regel erst ins Bewusstsein, wenn man aus dem Prozess herausgefallen ist oder ihn noch gar nicht erreicht hatte. Genau an diesem Punkt beginnt der „Kampf mit der Kunst“, der, wenn er gewonnen wurde so beglückend und aufbauend wirken kann. Er ist der Kernpunkt, das Herz des künstlerischen Schaffens. Dieses Ringen um den kreativen Prozess ist dem inneren seelischen Ringen in jeder erfolgreichen Therapie verwandt. Auch in diesem Prozess bin ich gerne bereit Sie zu begleiten.


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Die mit * versehenen Arbeiten wurden von Elias Donat netter Weise für diese Seite
zur Verfügung gestellt.