Anspruch an sich selbst



Der eigene Anspruch, die eigene Arbeitshaltung, die Motivation:


   Eine Geschichte erzählt: „Edison wurde gefragt, ob es ihn nicht frustriert habe, dass er etwa 400 misslungene Versuche hinter sich bringen musste, bis er endlich die Glühbirne erfunden hatte. Er antwortete darauf: Wieso unglücklich, ich habe 400 Methoden erfolgreich getestet, die nicht funktionieren.“

   Der innere Anspruch gibt uns die Energie zu Höchstem, zu bisher Unerreichtem zu streben. Aber genauso ist gerade er es, der oft verhindert, das Werk zu beginnen. „Ich kann das nicht!“ „Ich bekomme es sowieso nicht richtig hin“, sind Aussagen, die häufig nicht am Ende sondern noch vor dem eigentlichen Anfang, vor dem Versuch formuliert werden. Und dann lähmt dieser innere Anspruch uns, anstatt uns zu befeuern und zu beflügeln.
   Beim Auftreten dieser einengenden Haltung können Gedanken auf der Grundlage Schillers weiterhelfen:
   Es gibt keine sichtbaren Ideen! Ideen sind immer ideal, und damit nie erreichbar. Ist das nicht schon eine schöne Entlastung? Ich muss nie das Ideal erreichen! Aber es gibt mir eine klare Orientierung in der zum Teil chaotischen Welt und im kreativen Arbeiten.
   Auf der handwerklichen Seite erscheint uns ähnliches: Es gibt nicht die perfekte Technik! Was heute die beste Technik ist, wird übermorgen als nicht mit dem aktuellen Stand mithaltend abgelehnt. Auch hier kann man mit Freude ewig streben.
   Beides, das Handwerk wie das Ideal, setzten uns trotzdem vielen Orts unter Druck. Und hier ist es wichtig, eine Lebenshaltung einzuüben, die einen Freiraum schafft, in dem die Seele frei Luft zum Atmen hat, und selbst nach 400 missglückten Versuchen freudig auf den bis dahin errungenen Erfolg hinweisen kann.
Das zu ermöglichen ist ein Ziel des „KUNST-SPIEL-RAUM“.

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* Die mit * versehenen Arbeiten wurden von Elias Donat netter Weise für diese Seite zur Verfügung gestellt.